Bhagavad Gita 18.28

Moksha Sanyasa Yoga · Deutsche Übersetzung

Bhagavad Gita 18.28 — "Unbeständig, gemein, starrsinnig, betrügerisch, bösartig, faul, verzweifelt und zögerlich: Ein solch"
Bhagavad Gita 18.28 — Moksha Sanyasa Yoga
Sanskrit

अयुक्तः प्राकृतः स्तब्धः शठो नैष्कृतिकोऽलसः | विषादी दीर्घसूत्री च कर्ता तामस उच्यते ||१८-२८||

Transliteration

ayuktaḥ prākṛtaḥ stabdhaḥ śaṭho naiṣkṛtiko.alasaḥ . viṣādī dīrghasūtrī ca kartā tāmasa ucyate ||18-28||

Was bedeutet dieser Vers?

In diesem Vers beschreibt Krishna, wie ein Mensch handelt, der von den Eigenschaften des Tamas (Dunkelheit und Trägheit) beherrscht wird. Solche Personen sind unbeständig in ihren Absichten, gemein im Charakter und oft betrügerisch oder bösartig gegenüber anderen. Sie leiden unter innerer Faulheit, Hoffnungslosigkeit und neigen dazu, wichtige Entscheidungen ständlich aufzuschieben. Krishna lehrt hier, dass eine solche Handlungsweise zu Leid führt und den Weg zur Befreiung blockiert.

Die Lehre dahinter

Dieser Vers gehört primär zur Lehre des Karma Yoga und veranschaulicht die Wirkung der drei Gunas (Eigenschaften der Natur) auf den Handelnden. Er entwickelt das Konzept, dass nicht nur das Ergebnis einer Handlung zählt, sondern auch die innere Haltung und Motivation; eine tamasische Einstellung führt zu weiteren Bindungen an Samsara und verhindert die Selbstverwirklichung.

Wort für Wort
अयुक्तः unsteady, प्राकृतः vulgar, स्तब्धः unbending, शठः cheating, नैष्कृतिकः malicious, अलसः lazy, विषादी desponding, दीर्घसूत्री procrastinating, च and, कर्ता agent, तामसः Tamasic (dark), उच्यते is said
Klassischer Kommentar
Owing to his vulgar nature he is not able to discriminate between proper and improper actions. His heart is filled with vanity. He will never prostrate himself before the deity or a sage. He is very stiff and unbending in his demeanour. He is the very embodiment of deceit, the abode of the passion for gambling and all such vices. He is ever ready to do evil actions. When an opportunity for his doing good occurs, he is utterly slothful and inactive, but he is very alert in doing evil. Prakritah Vulgar Quite uncultured in intellect one who is childish. Stabdhah Unbending (like a stick), not bowing down to anybody. Shathah Cheating concealing his real nature. Naishkritikah Creating arrels and disputes among the people. Alasah Lazy Not doing even that which ought to be done. Dirghasutri Postponing duties too long always slothful not performing even in a month what ought to be done today or tomorrow.

Wo dies geschieht

Dieser Vers befindet sich im letzten Kapitel des Bhagavad Gita, dem "Moksha Sanyasa Yoga", in dem Lord Krishna Arjuna die Natur der Handlung (Karma) und der Aufopferung erklärt. Kurz zuvor hat Krishna die drei Arten von Wissen, Handlungen, Intelligenz und Willenskraft beschrieben; nun klassifiziert er spezifisch den Typus des Handelnden, der im Dunkeln agiert. Arjuna, der kurz vor dem großen Krieg steht und unter moralischer Verwirrung leidet, erhält hier eine klare Diagnose dessen, was ihn abhalten könnte: die Trägheit und Boshaftigkeit des Tamas.

Anwendung für heute

Stell dir einen Projektmanager vor, der sich einer schwierigen Entscheidung am Arbeitsplatz stellt. Anstatt ehrlich über Probleme zu sprechen oder proaktiv Lösungen zu finden (Sattvika), schiebt er die Verantwortung auf andere, lügt um den Terminplan und wartet ab, bis es vielleicht von selbst besser wird, während das Team in Verzweiflung gerät. Oder denke an jemanden im Familienleben, der bei einem Konflikt stur bleibt, keine Kompromisse eingeht und sich stattdessen zurückzieht oder feige ist, statt die Situation konstruktiv zu lösen.

Für Kinder erklärt

Stell dir vor, du hast eine schwere Aufgabe im Garten wie das Unkrautziehen oder ein großes Puzzle. Ein tamasischer Mensch wäre einer, der die ganze Zeit faul liegt, nichts tut und nur sagt: "Ich mache es später". Vielleicht würde er auch lügen, um nicht arbeiten zu müssen, oder sich so verhalten, als wär's egal, ob das Unkraut wächst oder nicht. Krishna erklärt uns, dass man besser mutig ist, ehrlich bleibt und gleich anfängt zu handeln, damit alles gut wird.

Tägliche Betrachtung

Erkennen Sie heute in Ihren eigenen Gedanken jene Momente der Trägheit oder des Zögerns an? Oft verbergen wir uns hinter Faulheit oder Verzweiflung, um den Schmerz von Verantwortung zu vermeiden. Doch Krishna erinnert uns daran, dass diese Zustände nicht Ihre wahre Identität sind, sondern nur eine temporäre Verkleidung Ihres Geistes. Lassen Sie sich heute ermutigen, diese schweren Schichten abzulegen und mit einem wachen Herzen in die Welt zu treten.

Eine Übung für heute

Atmen Sie bewusst ein und aus, während Sie die Qualitäten der Trägheit (Tamoguna) beobachten, die Ihren Geist gerade belasten: Starrsinnigkeit oder innere Zögerlichkeit erkennen Sie ohne Urteil nur als temporäre Zustände. Stellen Sie sich vor, wie diese schweren Schichten des Bewusstseins durch das reine Licht Ihrer wahren Natur aufgelöst werden und Ihnen Raum für klare, selbstlose Handlung geben.

Kernlehren

  1. Die fünf Qualitäten der tamasischen Handlung
    Dieses Vers definiert genau den Charakter eines Handelnden, der vom Dunst (Tamas) beherrscht wird: von Starrsinnigkeit bis hin zur tiefen Verzweiflung. Diese Eigenschaften führen nicht zu Befreiung, sondern binden die Seele an wiederkehrenden Kreislauf des Leidens.
  2. Die Falle der Prokrastination und Täuschung
    Der Vers warnt davor, wie Trägheit oft mit List oder Selbstbetrug einhergeht, um unangenehme Pflichten zu vermeiden. Solche Handlungen entstehen aus einem Geist, der die Realität nicht klar sieht und stattdessen in Illusionen verhaftet bleibt.
  3. Die Notwendigkeit des Aufstehens durch Sattva
    Indem wir diese negativen Qualitäten erkennen, können wir aktiv gegen sie arbeiten und die Qualität der Harmonie (Sattva) in uns kultivieren. Die wahre Befreiung beginnt damit, dass man sich von Lethargie löst und mit Klarheit und Mut handelt.

Themen

Die drei Gunas (Eigenschaften der Natur)Tamasisches Verhalten und TrägheitVerantwortung für das eigene HandelnMoksha Sanyasa YogaIntegrität im CharakterÜberwindung von Faulheit

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Lies als Nächstes

  1. 2.47 — Dies ist das fundamentale Prinzip der tatlosen Tat (Nishkama Karma), das die direkte Gegenbewegung zur Trägheit dieses Verses darstellt.
  2. 3.8 — Hier wird erklärt, dass man seine vorgeschriebene Pflicht ausführen muss und nicht von der Lethargie des Tamoguna überwältigt werden darf.

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Häufige Fragen

Welche spezifischen Merkmale machen einen Menschen tamasisch laut diesem Vers?
Laut Bhagavad Gita 18.28 sind die Hauptmerkmale mangelnde Ausdauer (ayuktaḥ), Gemeinheit (prākṛtaḤ) und Starrsinnigkeit (stabdhaḥ). Dazu kommen noch Listerei, Bösartigkeit gegenüber anderen, Faulheit sowie tiefe Hoffnungslosigkeit und die Gewohnheit, Dinge aufzuschieben.
Wie unterscheidet sich ein tamasischer Handelnder von einem Rajasika?
Ein rajasicer Mensch handelt zwar aus Egoismus und mit großer Leidenschaft oder Gier, ist aber aktiv und energisch. Ein tamasischer Mensch hingegen fehlt die Energie zur richtigen Handlung; er ist passiv, träge, verliert den Mut und neigt zu Lüge und Bosheit statt zu zielgerichtetem Streben.
Warum beschreibt Krishna diese negativen Eigenschaften so detailliert?
Ja, die Lehre besagt, dass niemand für immer in diesen Zustand verdammt ist. Durch Bhakti Yoga (Hingabe), Jnana Yoga (Wissen) und das Praktizieren von Sattvika Tugenden wie Disziplin und Ehrlichkeit kann man den Einfluss des Tamas überwinden.
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